Wenn der Körper leise Signale sendet
Vielleicht kennen Sie das: Sie sind öfter müde als früher. Haben mehr Durst. Müssen nachts häufiger aufstehen. Nichts Dramatisches und doch anders als sonst. Viele Menschen führen diese Veränderungen auf Stress oder den Alltag zurück. Genau deshalb bleibt ein erhöhter Blutzucker oft lange unentdeckt.
In Österreich leben über 800.000 Menschen mit Diabetes. Viele wissen anfangs nichts davon.
Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend
Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist langsam und bleibt lange unbemerkt. Die Beschwerden sind anfangs oft unspezifisch und kaum eindeutig.
Erste Hinweise können sein:
- vermehrter Durst
- häufiger Harndrang
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme
Auch folgende Veränderungen können auftreten:
- unscharfes Sehen
- häufigere Infekte
- trockene Haut oder langsame Wundheilung
Diese Anzeichen können viele Ursachen haben. Sie sind jedoch ein guter Anlass genauer hinzuschauen und den Blutzucker kontrollieren zu lassen.
Was passiert bei Diabetes?
Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung. Dabei bleibt zu viel Zucker im Blut, weil das Hormon Insulin nicht mehr ausreichend wirkt. Das passiert meist schleichend über Jahre. Langfristig kann ein erhöhter Blutzucker jedoch die Gefäße und Organe schädigen. Das Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall wird größer, Nieren und Augen stärker belastet. Umso wichtiger ist es, früh hinzuschauen.
Prädiabetes: Die Chance, früh gegenzusteuern
Schon bevor ein Diabetes entsteht, kann der Blutzucker erhöht sein. Man spricht dann von Prädiabetes. In dieser Phase ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits erhöht. Aber gerade jetzt lässt sich viel beeinflussen.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes besteht bei:
- Übergewicht
- Diabetes in der Familie
- Bluthochdruck
- erhöhten Blutfettwerten
- höherem Lebensalter
Oft kommen mehrere Faktoren zusammen.
Kleine Veränderungen im Alltag wirken
Die gute Nachricht ist: Es braucht keine radikalen Veränderungen. Die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Blutzucker sind Bewegung und Ernährung.
Bewegung
Es braucht keine großen Sportprogramme.
Oft sind es die kleinen Veränderungen im Alltag, die langfristig den Unterschied machen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit.

Ernährung: alltagstauglich statt perfekt
Auch die Ernährung beeinflusst den Blutzucker s. Viele kleine Veränderungen lassen sich einfach im Alltag umsetzen. Die folgende Übersicht zeigt Beispiele, wie eine ausgewogene Ernährung im Alltag aussehen kann:

Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern Regelmäßigkeit und Alltagstauglichkeit. In der diätologischen Beratung wird gemeinsam erarbeitet, wie diese Schritte konkret in Ihren Alltag passen.
Vorsorge: Einmal im Jahr kann viel verändern
Im Rahmen der Gesundenuntersuchung haben Sie einmal im Jahr die Möglichkeit, wichtige Werte überprüfen zu lassen:
- Nüchternblutzucker
- HbA1c
- Gewicht
Diese Untersuchung dauert nur wenige Minuten und hilft, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Ihr nächster Schritt
Vielleicht haben Sie sich an der einen oder anderen Stelle wiedererkannt. Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, aktiv zu werden. Vereinbaren Sie eine Gesundenuntersuchung und lassen Sie Ihren Blutzucker untersuchen. Das schafft Klarheit und hilft, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.
Und Sie müssen den nächsten Schritt nicht alleine gehen. In der diätologischen Beratung im PVE Meidling begleiten wir Sie dabei, Ihre Ernährung Schritt für Schritt an Ihren Alltag anzupassen. Individuell, verständlich und ohne Verbote.
Text und Grafiken: Eva Schorn, Praktikantin im Diätologie-Team der PVE Meidling




